Ein Leben zwischen Flucht, Musik und Ludwigshafen: Christoph Hertrampf kam 1989 während einer Konzertreise aus der DDR in den Westen. In Ludwigshafen begann für den Geiger ein neuer Lebensabschnitt, der schließlich 36 Jahre dauern sollte.

Heute wohnt Hertrampf in Ludwigshafen und verbindet die Stadt offenbar mit persönlichen Erinnerungen. Einer seiner Lieblingsplätze ist der Lutherbrunnen. Dort zeigt er sich mit einem Buch, das ihm seine Kolleginnen und Kollegen zum Abschied geschenkt haben.

36 Jahre in der Staatsphilharmonie

Hertrampf spielte 36 Jahre als sogenannter Tutti-Orchestermusiker die erste Geige in der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Zuvor war er neun Jahre Mitglied der Dresdner Philharmonie. Seine berufliche Laufbahn führte ihn damit von Dresden in die Pfalz und über Jahrzehnte an die Staatsphilharmonie in Ludwigshafen.

Als Tutti-Orchestermusiker gehörte er nicht zu den auffälligsten Personen im Konzertbetrieb. Die Quelle beschreibt Hertrampf als zurückhaltend: Er sei kein lauter Mensch und stehe nicht gern im Mittelpunkt. Im Orchester war er dennoch über viele Jahre als Geiger in der ersten Geige tätig.

Abschied beim Rheinuferfest

Öffentlich bekannt wurde ein Teil seiner Lebensgeschichte bei seiner Verabschiedung. Beim Open-Air-Konzert im Rahmen des Rheinuferfests erzählte seine Kollegin Stella Sykora-Nawri einen kurzen Ausschnitt daraus. Dazu gehörte auch die Geschichte, wie Hertrampf 1989 während einer Konzertreise aus der damaligen DDR floh.

Für Ludwigshafen steht damit nicht nur ein Musiker im Mittelpunkt, der nach 36 Jahren aus der Staatsphilharmonie ausschied. Hertrampfs Geschichte erzählt auch von einem persönlichen Neuanfang: Aus der Flucht während einer Konzertreise wurde ein neues Leben in der Stadt – und eine jahrzehntelange Karriere in ihrem renommierten Orchester.