Christian Redl hat das Festival des deutschen Films in Ludwigshafen für einen besonderen Abschied genutzt: Der 78-jährige Schauspieler wurde am Donnerstag mit dem zweiten von drei diesjährigen Preisen für Schauspielkunst ausgezeichnet und stellte zugleich seinen letzten „Spreewaldkrimi“ nach 20 Jahren als Kommissar vor.
Redl, der Fernsehzuschauern sowohl als Kommissar als auch als Mörder bekannt ist, zeigte sich auf dem Roten Teppich sichtlich angetan von seiner Ehrung und dem Festival. „Es ist ein Traum“, sagte er über die Veranstaltung in Ludwigshafen. Die Auszeichnung und die Filmpremiere empfinde er als „einen schönen Abschluss“.
Abschied nach 20 Jahren
Der Schauspieler erklärte, seine berufliche Laufbahn klinge langsam aus. Ganz ausschließen will er weitere Auftritte allerdings nicht: Sollte noch einmal etwas kommen, werde er das natürlich machen. Zugleich vermittelte Redl den Eindruck, dass er sich mit der aktuellen Premiere und der Ehrung weitgehend zur Ruhe setzt.
Redl kommt ursprünglich vom Theater. Über seine Vorstellung von Schauspielkunst sagte er, man müsse den Beruf in all seinen Facetten durchdrungen haben. Mit dieser Haltung prägte er auch seine Arbeit in der „Spreewaldkrimi“-Reihe, deren düstere Landschaft Festivalchef Michael Kötz in seiner Laudatio besonders hervorhob.
Gespräche mit dem Publikum
Am Roten Teppich posierte Redl geduldig und sprach länger mit Fans. Die Gespräche mit dem Publikum schätzt er, auch wenn dabei kritische Fragen gestellt werden. Das Publikum des Ludwigshafener Festivals sei sehr interessiert und die Filmgespräche seien immer lebendig, sagte der Schauspieler.
Festivalchef Michael Kötz würdigte Redl später als einen der wunderbarsten Schauspieler Deutschlands und zugleich als ebenso wunderbaren Menschen. In seiner Laudatio beschrieb er Redls Spiel im „Spreewaldkrimi“ als eng mit der Landschaft verbunden – und zugleich als widerständig.