Christian Berkel ist beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen mit dem dritten Preis für Schauspielkunst ausgezeichnet worden. Der 68-jährige Schauspieler stellte auf der Parkinsel außerdem den Film „Block 10“ vor und sprach darüber, warum er künftig stärker vergessene Geschichten erzählen möchte.
Berkel erklärte, dass ihn der Wunsch, für eine begrenzte Zeit in andere Leben zu schlüpfen, bereits als Kind zum Schauspielerberuf bewegt habe. Vor der Preisverleihung sprach der vom Theater kommende Schauspieler über die Kunst seines Berufs und zitierte den österreichischen Dramatiker Johann Nepomuk Nestroy: Kunst ist, wenn man’s nicht kann, denn wenn man’s kann, ist’s keine Kunst.
„Block 10“ erinnert an NS-Verbrechen
In dem Film „Block 10“ spielt Berkel einen jüdischen Arzt, der im Konzentrationslager Auschwitz Zwangssterilisierungen durchführen musste. Mit seiner Rolle möchte der Schauspieler an ein vergessenes Kapitel aus der Zeit der NS-Gräuel erinnern.
Das Rollenangebot und die aktuelle politische Lage hätten ihn dazu bewogen, künftig vor allem Filme zu drehen, die solche vergessenen Geschichten erzählen, berichtet die Rheinpfalz. Für Berkel geht es dabei auch um die jüngere Generation: Sie solle die Möglichkeit erhalten, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob sie Verantwortung übernehmen wolle.
Komödie und Drama beim Festival
In Ludwigshafen traf Berkels ernstes Filmprojekt auf ein weiteres Festivalprogramm. Neben „Block 10“ stellte er die Komödie „Ein Nachthemd für Zwei“ vor. Damit zeigte sich beim Festival die Bandbreite zwischen gesellschaftspolitischem Drama und Unterhaltung.
Die Auszeichnung für Berkel ist der dritte Preis für Schauspielkunst, der ihm im Rahmen des Festivals des deutschen Films verliehen wurde.