Ein 19-Jähriger sitzt nach einer Festnahme in Ludwigshafen in Untersuchungshaft. Er steht im Verdacht, an mehreren Call-Center-Betrügereien zum Nachteil älterer Menschen beteiligt gewesen zu sein. Die Ermittlungen führten die Staatsanwaltschaft Frankenthal (Pfalz) und die Kriminalpolizei Ludwigshafen.

Nach Angaben der Ermittler ereigneten sich seit Januar 2026 insgesamt 18 Taten, überwiegend im Zuständigkeitsbezirk des Polizeipräsidiums Rheinpfalz. Die Täter sollen sich am Telefon als Bankmitarbeiter ausgegeben und vor angeblich verdächtigen Kontobewegungen gewarnt haben. Auf diese Weise überzeugten sie die meist älteren Angerufenen, ihre Bankkarten samt PIN zu übergeben.

Bankkarten wurden an der Haustür abgeholt

Die Karten wurden demnach von Personen abgeholt, die als Bankmitarbeiter auftraten und an den Wohnanschriften der Geschädigten erschienen. Der bislang festgestellte Gesamtschaden beläuft sich auf mehr als 48.000 Euro.

Auf Grundlage der bisherigen Ermittlungsergebnisse erwirkte die Staatsanwaltschaft Durchsuchungsbeschlüsse für Wohnobjekte in Ludwigshafen und Worms. Zusätzlich wurde ein Untersuchungshaftbefehl gegen den 19-Jährigen beantragt. Die Beschlüsse wurden unmittelbar vollstreckt; Spezialkräfte der Polizei nahmen den Beschuldigten in Ludwigshafen fest.

Mehrere Waffen und Mobiltelefone sichergestellt

Bei den Durchsuchungen stellten die Einsatzkräfte sechs Mobiltelefone, drei Schreckschusswaffen, einen Schlagring, ein Butterflymesser, zwei weitere Messer und verschiedene Munition sicher.

Am 15. Oktober 2026 wurde der 19-Jährige dem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Untersuchungshaftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des gewerbsmäßigen Bandenbetrugs. Anschließend wurde der Beschuldigte in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Es gilt die Unschuldsvermutung.