In Ludwigshafen häufen sich Betrugsfälle mit emotionalen Geschichten und erfundenen Identitäten. In zwei aktuellen Fällen verloren Frauen hohe Geldbeträge oder wurden dazu gebracht, Gutscheincodes weiterzugeben. Die Polizei geht derzeit nicht von einem Zusammenhang zwischen den Taten aus.
Falscher Elon Musk verlangt Apple-Geschenkkarten
Eine 52-jährige Frau aus Ludwigshafen wurde nach Polizeiangaben über WhatsApp von einer Person kontaktiert, die sich als Elon Musk ausgab. Der falsche Unternehmer behauptete, die Frau könne im Rahmen eines Gewinnspiels einen Preis erhalten. Dafür sollte sie Apple-Geschenkkarten kaufen. Der Gesamtwert lag bei rund 10.000 Euro.
Anschließend sollte die Frau die Codes der Karten an den Kontakt übermitteln. Für Mittwoch war nach Angaben der Polizei eine persönliche Übergabe des angeblichen Gewinns angekündigt. Dazu kam es nicht.
Chat mit falschem Schauspieler endet mit hohem Verlust
In einem weiteren Fall aus Ludwigshafen nahm eine Frau seit März Kontakt zu einer Person auf, die sich als der Schauspieler Martin Henderson ausgab. Der Chatpartner schilderte verschiedene angebliche Notlagen und bat um finanzielle Hilfe. Als Geschichten wurden unter anderem eine Entführung und ein Überfall genannt.
Auf diese Weise wurde der Frau laut Polizei rund 99.000 Euro abgenommen. Der Fall zeigt, dass die Täter nicht nur mit kurzfristigen Schockanrufen arbeiten, sondern auch über längere Zeit Vertrauen und emotionalen Druck aufbauen können.
Polizei warnt vor emotionalem Druck
Das Polizeipräsidium Rheinpfalz berichtet zugleich von weiteren Betrugsfällen in der Pfalz. In Freinsheim soll ein Rentner nach einem Schockanruf mehr als 200.000 Euro übergeben haben. Der Anrufer habe behauptet, die Tochter des Mannes habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht und könne nur gegen Zahlung einer Kaution eine Untersuchungshaft vermeiden. Die Täter telefonierten demnach mehrere Stunden mit dem Opfer.
In einem anderen Fall wollte ein Schockanrufer einer Seniorin 90.000 Euro abnehmen. Sie erkannte den Betrug jedoch und täuschte gemeinsam mit der Polizei eine Geldübergabe vor. Zwei mutmaßliche Betrügerinnen wurden festgenommen. Auch eine 80-Jährige aus Wattenheim soll einen Trickbetrug durchschaut und den Spieß umgedreht haben.
Die Polizei sieht zwischen den verschiedenen Fällen keinen erkennbaren Zusammenhang und geht eher von Zufall aus. Die Täter agierten großflächig und professionell. Häufig setzten sie ihre Opfer mit emotionalen Geschichten unter Druck. Besonders bei Internetbekanntschaften rät die Polizei zu Vorsicht: Fremden Personen sollte niemals Geld überwiesen werden.