Der Stellenabbau bei BASF in Ludwigshafen und die angekündigte Werksschließung bei Mann+Hummel in Speyer sorgen in der Metropolregion Rhein-Neckar für wachsende Sorgen. Der Vorstand des Wirtschaftsverbandes DIE JUNGEN UNTERNEHMER in der Metropolregion wertet die Entwicklung als Warnsignal an die Politik und fordert bessere Bedingungen für Unternehmen.

Nach Einschätzung des Verbands konsolidieren Großkonzerne ihre Standorte im globalen Wettbewerb und streichen Arbeitsplätze. Der Wirtschaftsverband sieht darin jedoch nicht grundsätzlich ein Problem der Region. Vielmehr seien die Rahmenbedingungen in Deutschland ein entscheidender Wettbewerbsnachteil.

„Nicht am Standort selbst“

Michael Wetzel, Regionalvorsitzender von DIE JUNGEN UNTERNEHMER Rhein-Neckar und Mitglied des Landesvorstands Rheinland-Pfalz, verweist auf die Stärken der Region: Fachkräfte, Netzwerke und Infrastruktur. Er sagt: „Die Metropolregion Rhein-Neckar hat alles, was einen Spitzenstandort ausmacht: erstklassige Fachkräfte, starke Netzwerke und eine herausragende Infrastruktur. Wenn Großkonzerne dennoch Kapazitäten abbauen, liegt das nicht am Standort selbst, sondern an den Wettbewerbsnachteilen in Deutschland“.

Als zentrale Belastungen nennt Wetzel hohe Energiepreise, Bürokratie und fehlende Flexibilität. Diese Faktoren, so seine Einschätzung, würden die wirtschaftliche Dynamik in der Region und im gesamten Land bremsen. „Hohe Energiepreise, exzessive Bürokratie und fehlende Flexibilität lähmen die wirtschaftliche Dynamik – sowohl hier vor Ort in der Region als auch im gesamten Land“, betont der Regionalvorsitzende.

Mittelstand soll Arbeitsplätze sichern

Der Verband warnt davor, angesichts der Krise den Kopf in den Sand zu stecken. Familienunternehmen und mittelständische Betriebe würden langfristiger planen als Konzerne, die stärker auf kurzfristige Renditeanforderungen des Kapitalmarkts reagieren müssten.

Der stellvertretende Regionalvorsitzende Lukas Zimmermann erklärt: „Familiengeführte Betriebe und der Mittelstand wandern nicht einfach ab. Wir bleiben hier, wir investieren hier und wir schaffen hier Arbeitsplätze.“ Zugleich sehe auch der Mittelstand eine Belastungsgrenze. Zimmermann fordert deshalb eine Politik, die Unternehmertum stärker fördert und nicht nur verwaltet.

Susanna Becker, frühere Regionalvorsitzende und im Vorstand für neue Mitglieder zuständig, berichtet außerdem von großem Interesse junger Führungskräfte und Nachfolger am Netzwerk des Verbands. „Gerade in stürmischen Zeiten brauchen Unternehmer einen starken Rückhalt“, sagt sie. Der Mittelstand rücke enger zusammen, um die Herausforderungen gemeinsam anzugehen.

Diese Forderungen richten sich an Bund und Land

DIE JUNGEN UNTERNEHMER verlangen von der Landes- und Bundespolitik drei konkrete Schritte:

  • Bürokratieabbau: Berichtspflichten und Genehmigungsverfahren sollen spürbar reduziert werden, damit Investitionen schneller umgesetzt werden können.
  • Wettbewerbsfähige Bedingungen: Bezahlbare Energie und verlässliche Rahmenbedingungen sollen produzierende Betriebe stärken.
  • Mehr Fokus auf den Mittelstand: Statt einzelne Großprojekte mit Milliardenbeträgen zu fördern, sollen die Bedingungen für viele kleine und mittlere Unternehmen verbessert werden.

Finanzvorstand Anton Götz fasst die Position des Verbands so zusammen: „Die aktuelle Krise der Großindustrie muss ein Weckruf sein.“ Der Mittelstand sei bereit, Verantwortung für die Zukunft der Region zu übernehmen. Nun müsse die Politik entsprechende Handlungsspielräume schaffen.

Die Stellungnahme wurde am 11. September 2026 um 12 Uhr zuletzt aktualisiert. Sie stammt aus einer Mitteilung von DIE JUNGEN UNTERNEHMER, die MRN-News veröffentlicht hat.