Bei BASF steht ein weiterer Umbau an: Der Ludwigshafener Chemiekonzern erwägt ein Joint Venture mit dem chinesischen Partner HSCC. Im Mittelpunkt steht das Polyamid-Geschäft. Damit könnten auch Anlagen am Stammsitz in Ludwigshafen von den Plänen betroffen sein.
Die Informationen stammen aus einer Absichtserklärung, die BASF und HSCC vorgestellt haben. Eine Absichtserklärung beschreibt zunächst ein geplantes Vorhaben; sie ist nicht mit dem endgültigen Abschluss eines Gemeinschaftsunternehmens gleichzusetzen. Welche konkrete Struktur das Joint Venture haben soll und welche Auswirkungen sich daraus für Beschäftigte, Produktion oder einzelne Anlagen ergeben, geht aus dem zugänglichen Bericht nicht hervor.
Polyamid-Geschäft im Mittelpunkt
Polyamid ist ein Chemiewerkstoff, der unter anderem für technische Kunststoffe genutzt wird. Der Mannheimer Morgen nennt ausdrücklich das Polyamid-Geschäft als den Bereich, der von der möglichen Partnerschaft betroffen wäre. Nach dem Bericht reicht die Bedeutung deshalb über eine reine Konzernentscheidung hinaus: Auch der Ludwigshafener Standort könnte berührt werden.
Bei der Präsentation der Absichtserklärung waren BASF-Konzernchef Markus Kamieth und HSCC-Chef Chen Zhong zu sehen. Der Bericht nennt damit die Führungsspitzen beider beteiligten Unternehmen, macht aber keine Angaben zu weiteren Verhandlungen oder zu einem Zeitplan für die Umsetzung.
Was bislang feststeht – und was offen bleibt
Fest steht nach der vorliegenden Veröffentlichung nur, dass BASF ein Joint Venture mit HSCC erwägt und das Polyamid-Geschäft einschließlich möglicher Anlagen am Stammsitz im Zusammenhang mit dem Vorhaben genannt wird. Offen bleiben dagegen die genaue Beteiligungsstruktur, mögliche Investitionen, die künftige Organisation des Geschäfts und konkrete Folgen für den Standort Ludwigshafen.
Für die Region ist die Entwicklung dennoch relevant, weil Ludwigshafen der Stammsitz von BASF ist. Weitere belastbare Details sollen sich erst aus einer vollständigen Unternehmensmitteilung oder aus späteren Angaben zu den Verhandlungen ergeben.