Der in Ludwigshafen ansässige Chemiekonzern BASF will sein Geschäft mit Spezialchemikalien für die Halbleiterindustrie in Taiwan deutlich ausbauen. Dafür hat das Unternehmen eine Absichtserklärung mit dem taiwanischen Wirtschaftsministerium unterzeichnet. Vorgesehen sind zusätzliche Produktionskapazitäten, bessere Möglichkeiten zur Qualitätsanalyse und ein erweitertes Innovationszentrum am Standort Taoyuan.

Mit dem Ausbau reagiert BASF auf die wachsende Nachfrage nach modernen Halbleitern. Für die Herstellung besonders leistungsfähiger Chips werden hochreine Spezialchemikalien benötigt. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch der steigende Bedarf für Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz.

Was BASF in Taiwan plant

Die geplante Investition soll die Entwicklung und Herstellung von Materialien für leistungsfähige Chips unterstützen. Gleichzeitig will BASF seine technischen und analytischen Möglichkeiten vor Ort erweitern. Kunden sollen dadurch zuverlässiger beliefert werden und schneller technische Unterstützung erhalten.

Zusätzlich zur Produktion sollen die Qualitätssicherung und technische Dienstleistungen in Taiwan ausgebaut werden. Eine engere Zusammenarbeit mit Industriepartnern soll außerdem dabei helfen, neue Materialien schneller zu entwickeln. Für BASF ist Taiwan deshalb nicht nur ein Produktionsstandort, sondern auch ein wichtiger Teil der weltweiten Innovationsstrategie.

Taiwan ist ein globales Zentrum für Halbleiterinnovation und -fertigung.

Diese Einschätzung hatte BASF im Zusammenhang mit dem Ausbau mitgeteilt. Bereits 2025 verlegte der Konzern die Leitung seiner globalen Geschäftseinheit für Elektronikmaterialien nach Taiwan. Nach Unternehmensangaben ist BASF dort seit mehr als 20 Jahren mit seinem Geschäft für Elektronikmaterialien vertreten.

Große Pläne in Asien, Veränderungen in Europa

Taiwan zählt zu den wichtigsten Zentren der weltweiten Halbleiterindustrie. BASF sieht dort langfristiges Potenzial und will mit den zusätzlichen Kapazitäten die Bedeutung des Standorts weiter stärken. Auch in China ist der Konzern stark engagiert: In Zhanjiang betreibt BASF seit März einen integrierten Verbundstandort. Das Projekt gehört nach Angaben des Unternehmens zu den größten Einzelinvestitionen seiner Geschichte und soll die Präsenz in Asien langfristig ausbauen.

Parallel prüft BASF eine effizientere Aufstellung seines Europageschäfts. Dazu unterzeichnete der Konzern mit der chinesischen Highsun Holding Group eine unverbindliche Absichtserklärung über ein mögliches Gemeinschaftsunternehmen für Polyamid 6. Die europäischen Aktivitäten beider Unternehmen in diesem Bereich könnten zusammengeführt werden.

Ziel eines solchen Gemeinschaftsunternehmens wären eine bessere Auslastung der Anlagen, niedrigere Kosten und eine stärkere Wettbewerbsposition. Konkrete Angaben zum Umfang der Investition in Taiwan oder zu möglichen Auswirkungen auf den Standort Ludwigshafen enthält die Mitteilung nicht.