Über Ludwigshafen ist derzeit der Rauch einer BASF-Fackel weithin sichtbar. Hintergrund ist ein technischer Defekt im Steamcracker des Werksteils Nord, der am Dienstag gegen 8.30 Uhr zu einer Betriebsunterbrechung führte. BASF teilte mit, dass überschüssiges Gas nun kontrolliert über eine Fackel verbrannt werde.

Feuerschein, Ruß und Lärm möglich

Für Menschen in Ludwigshafen und der Region kann die Fackeltätigkeit bis Ende der Woche wahrnehmbar bleiben. Nach Angaben des Unternehmens sind ein sichtbarer Feuerschein, Rußentwicklung und Lärm möglich. Wie lange die Anlage genau beeinträchtigt bleibt, wurde in der Mitteilung nicht näher angegeben.

Die Sicherheitssysteme hätten wie vorgesehen reagiert. Zudem seien die zuständigen Behörden nach Angaben des Chemiekonzerns informiert. Weitere Angaben zu möglichen Auswirkungen auf die Produktion oder zur Ursache des technischen Defekts lagen zunächst nicht vor.

Welche Funktion der Steamcracker hat

Die Fackeln auf dem BASF-Werksgelände dienen dazu, überschüssige Gase sicher zu verbrennen. Der Steamcracker spaltet Rohbenzin unter Zugabe von Wasserdampf und bei etwa 850 Grad Celsius auf. Dabei entstehen unter anderem Ethylen und Propylen.

Beide Stoffe sind wichtige Grundprodukte für zahlreiche BASF-Produkte am Standort Ludwigshafen. Aus ihnen werden unter anderem Kunststoffe, Lacke, Waschrohstoffe und Pflanzenschutzmittel hergestellt. Die sichtbare Fackel ist damit nicht nur eine auffällige Erscheinung über der Stadt, sondern Teil eines technischen Sicherheits- und Betriebsprozesses.