Am 17. Oktober 2016 erschütterte eine gewaltige Explosion das BASF-Gelände in Ludwigshafen. Eine Rauchwolke war stundenlang in der gesamten Region zu sehen. Fünf Menschen starben, 30 weitere wurden verletzt. Der entstandene Schaden lag im dreistelligen Millionenbereich. Zehn Jahre später erinnert BASF an die Opfer und erklärt, welche Konsequenzen aus dem Unglück gezogen wurden.
Die Gedenkveranstaltung findet laut BASF am kommenden Samstag statt. Um 11:27 Uhr – dem Zeitpunkt der ersten Explosion – wird ein Mitarbeiter der Werksfeuerwehr an der 2017 errichteten Gedenkstele die Glocke läuten. Fünf Glockenschläge sollen an die fünf getöteten Menschen erinnern.
Mehr als 100 geladene Gäste erwartet
Zu der Veranstaltung werden mehr als 100 geladene Gäste erwartet. Dazu gehören Angehörige der Verstorbenen, Mitglieder des BASF-Vorstands und des Aufsichtsrats sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und den umliegenden Kommunen. Eingeladen sind nach Angaben des Unternehmens auch amtierende und ehemalige Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister.
Vor Ort soll ein Kondolenzbuch ausliegen. Außerdem werden die Fahnen am gesamten BASF-Standort an diesem Wochenende auf Halbmast gesetzt. Die Gedenkveranstaltung erinnert damit an ein Unglück, dessen Folgen für die Hinterbliebenen und die damals Verletzten bis heute prägend sind.
Falsches Rohr bei Arbeiten angeschnitten
Ausgelöst wurde die Explosion nach Darstellung des Berichts durch einen Arbeiter eines Subunternehmens, der bei Arbeiten auf dem Werksgelände ein falsches Rohr anschnitt. Darauf folgten eine Explosion und ein Großbrand. Mehr als 150 Feuerwehrleute aus der Region waren im Einsatz. Vier der fünf Todesopfer gehörten zur BASF-Berufsfeuerwehr, das fünfte Opfer war ein Matrose.
Das Landgericht Frankenthal verurteilte den Arbeiter 2019 wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und des fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung.
Neue Regeln für Rohrleitungen und Schneidearbeiten
BASF nennt mehrere organisatorische und technische Maßnahmen, die eine Wiederholung verhindern sollen. Eine optimierte Kennzeichnung von Rohrleitungen soll Verwechslungen beim Trennen vermeiden. Dafür gibt es eine tagesaktuelle Banderole mit mehreren Unterschriften nach dem 6-Augen-Prinzip.
Das erstmalige Öffnen von Rohrleitungen wird grundsätzlich gesondert bewertet, etwa durch eine Gefährdungsbeurteilung oder durch das Anbohren der Leitung, um ein mögliches Restprodukt zu erkennen. Bei Schneidearbeiten kommen außerdem nur noch funkenarme Werkzeuge zum Einsatz.
Auch das Explosionsrisiko an einer überirdisch verlegten Rohrfernleitung soll sinken. Zu den genannten Maßnahmen gehört eine feuerbeständige Beschichtung zur Isolierung der Ethylenpipeline.