Bei der IT-Tochter BASF Digital Solutions in Ludwigshafen zeichnet sich ein massiver Stellenabbau ab. Nach Angaben der Gewerkschaft soll die Belegschaft von derzeit rund 1.900 Beschäftigten auf weniger als 1.100 im Jahr 2028 sinken. Bis 2030 könnten demnach weniger als 900 Arbeitsplätze übrig bleiben.

Die konkreten Zahlen nannte bislang nicht BASF selbst, sondern die Gewerkschaft. Als Grund wird die geplante Verlagerung digitaler Aufgaben an kostengünstigere Standorte genannt. Im Mittelpunkt steht dabei Indien; auch Malaysia wird als möglicher Standort für die Verlagerung von Tätigkeiten genannt.

Globaler Hub in Indien geplant

Die BASF will mehrere Dienstleistungen künftig in einem neuen globalen Knotenpunkt, einem sogenannten Hub, in Indien bündeln. Welche konkreten Folgen das für Beschäftigte in Deutschland hat und wie viele Stellen hier tatsächlich betroffen sein werden, ist nach dem vorliegenden Bericht noch offen.

Die Pläne für Indien waren bereits im Februar bekannt geworden. Neu ist nun die von der Gewerkschaft genannte Größenordnung für den möglichen Arbeitsplatzverlust in Ludwigshafen. Für das Stammwerk stellt sich damit die Frage, welche Rolle der Standort künftig im internationalen Konzernverbund spielen wird.

Gewerkschaft spricht von erschreckender Dimension

Die Gewerkschaft IGBCE reagiert alarmiert. Ein Sprecher sagte dem SWR: Als es im Februar hieß, die IT-Service Struktur soll zum Teil nach Indien verlagert werden, haben wir so etwas schon befürchtet. Die angekündigte Reduzierung sei jedoch „eine erschreckende Dimension“.

Die Entwicklung steht im Zusammenhang mit dem Sparprogramm und dem Konzernumbau der BASF. Nach Angaben des Unternehmens wurden weltweit bereits rund 7.000 Stellen gestrichen. Zugleich hob der Ludwigshafener Chemiekonzern nach einem überraschend starken zweiten Quartal seine Jahresziele an.

Für Ludwigshafen bleibt damit offen, wie stark die IT-Strukturen und die Beschäftigung am Standort langfristig verändert werden. Konkrete Angaben von BASF zum Abbau bei der Digital Solutions lagen laut dem Bericht bislang nicht vor.