Die mögliche Übernahme von Evonik durch BASF hat eine neue offizielle Wendung genommen: Der Ludwigshafener Chemiekonzern bestätigt inzwischen selbst, dass er Sondierungen mit der Evonik Industries AG und der RAG-Stiftung führt. Zuvor hatte bereits Evonik eine unverbindliche Ansprache durch BASF öffentlich gemacht.
Eine Übernahme ist damit allerdings nicht beschlossen. BASF betont, dass sowohl der weitere Verlauf als auch der Ausgang der Sondierungen derzeit offen sind. Die Gespräche haben nach der vorliegenden Berichterstattung zunächst einen prüfenden, unverbindlichen Charakter.
Was BASF am Freitagabend mitteilte
BASF erklärte am Freitagabend wörtlich: „BASF SE (BASF) bestätigt Sondierungen mit der RAG-Stiftung und Evonik Industries AG (Evonik) zu einer möglichen Übernahme von Evonik.“ Damit bestätigte der Konzern erstmals selbst öffentlich, dass eine Übernahme des Wettbewerbers geprüft wird.
Die Sondierungen beziehen auch die RAG-Stiftung ein. Sie ist Großaktionärin von Evonik und damit für eine mögliche Transaktion von zentraler Bedeutung. Auch die Stiftung veröffentlichte am Freitag eine Mitteilung im Zusammenhang mit einer möglichen Übernahme durch BASF.
Warum die Nachricht für Ludwigshafen wichtig ist
Eine mögliche Übernahme wäre ein bedeutendes Geschäft für die deutsche und europäische Chemieindustrie und sorgt auch international für Aufmerksamkeit. Für Ludwigshafen und die Metropolregion Rhein-Neckar ist die Entwicklung besonders relevant, weil sich hier der Stammsitz und der größte Verbundstandort von BASF befinden.
BASF ordnet die Prüfung in seine Unternehmensstrategie ein. Der Konzern erklärt, strategische Akquisitionen fortlaufend daraufhin zu untersuchen, ob sie die Kerngeschäfte stärken, einen hohen strategischen Fit besitzen und profitables Wachstum sowie Wertsteigerung fördern können. Dabei wolle BASF diszipliniert vorgehen.
Viele zentrale Fragen sind noch offen
Nach aktuellem Stand gibt es keine gesicherten Angaben dazu, ob BASF tatsächlich ein verbindliches Übernahmeangebot vorlegen wird. Ebenfalls offen sind ein möglicher Angebotspreis und die Bedingungen einer solchen Transaktion.
Evonik hatte am Freitagnachmittag in einer Ad-hoc-Mitteilung eine unverbindliche Ansprache durch BASF bestätigt. Diese habe sich auf ein mögliches freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien der Evonik Industries AG bezogen. Evonik erklärte zu diesem Zeitpunkt zugleich, dass aktuell keine Gespräche stattfänden.
BASF kündigte an, den Kapitalmarkt entsprechend den regulatorischen Vorgaben unverzüglich zu informieren, sobald dies erforderlich sei. Die weitere Entwicklung rund um die mögliche BASF-Evonik-Übernahme soll nach den vorliegenden Angaben eng begleitet werden. Die Meldung wurde am 25. September 2026 um 19:20 Uhr zuletzt aktualisiert.