Die Bahnverbindung über Saarbrücken, Kaiserslautern, Mannheim und Ludwigshafen nach Paris soll langfristig deutlich leistungsfähiger werden. Die Oberbürgermeister der drei Städte fordern den Bund und die Deutsche Bahn auf, jetzt mit der Planung für einen europäischen Hochgeschwindigkeitskorridor bis 2040 zu beginnen. Für Ludwigshafen ist die geplante Sanierung der Strecke zwischen Forbach und Ludwigshafen besonders relevant.
Bei einer Pressekonferenz forderten Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht, Kaiserslauterns Oberbürgermeisterin Beate Kimmel und Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt den neuen Bundesverkehrsminister Steffen Bilger auf, sich für das Projekt einzusetzen. Nach ihrer Vorstellung sollen Streckenengpässe auf der deutschen Seite der Verbindung beseitigt und die Bahntrasse zu einem Teil des europäischen Hochgeschwindigkeitsnetzes ausgebaut werden.
Engpass im Pfälzerwald soll untersucht werden
Im Mittelpunkt steht die Verbindung zwischen Kaiserslautern und Mannheim. Nach Einschätzung der drei Stadtspitzen gehört dieser Abschnitt zu den entscheidenden Engpässen der europäischen Achse. Deshalb sollen verschiedene Möglichkeiten für eine schnellere Querung des Pfälzerwalds geprüft werden. Genannt werden auch alternative Streckenführungen und ein Basistunnel.
Die deutsche Strecke ist nach Darstellung der Oberbürgermeister durch ihre historische Trassenführung, Mischverkehr und die Topografie des Pfälzerwalds eingeschränkt. Auf französischer Seite seien Hochgeschwindigkeitsstrecken bereits deutlich weiter nach Osten ausgebaut. Während dort Züge mit bis zu 320 Kilometern pro Stunde unterwegs seien, könne die deutsche Seite mit dieser Leistungsfähigkeit derzeit nicht mithalten.
Sanierung zwischen Forbach und Ludwigshafen
Ein weiterer Schwerpunkt sind die Bahnknoten entlang der Strecke. Mannheim gilt dabei als wichtiger Knotenpunkt für Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen. Ein leistungsfähiger westlicher Zulauf aus Richtung Paris, Saarbrücken und Kaiserslautern soll nach Ansicht der Stadtspitzen nicht nur die beteiligten Städte, sondern das gesamte Schienennetz stärken. Mehr Kapazität könne Spielräume für Fern-, Regional- und Güterverkehr schaffen.
Mit Blick auf die anstehende Sanierung der Strecke zwischen Forbach und Ludwigshafen verlangen die Oberbürgermeister eine frühzeitige Abstimmung mit den betroffenen Kommunen. Während der Arbeiten müsse die Erreichbarkeit der Städte erhalten bleiben. Die Deutsche Bahn wird deshalb aufgefordert, Teilstreckensperrungen zu nutzen und eine wirtschaftlich tragfähige Lösung zu entwickeln.
Weitere Partner sollen gewonnen werden
Die Initiative soll nach den Plänen der drei Städte wachsen. Weitere Kommunen, Regionen, Wirtschaftsakteure und wissenschaftliche Einrichtungen entlang der Bahnverbindung sollen für das Vorhaben gewonnen werden. Ziel ist der sogenannte „HGV-Korridor 2040“, wobei HGV für Hochgeschwindigkeitsverkehr steht.
Die Oberbürgermeister verbinden das Projekt mit einer europäischen Perspektive: Deutschland und Frankreich seien eng wirtschaftlich und politisch verbunden, dafür brauche es leistungsfähige Bahnverbindungen. Nach ihrer Einschätzung ist die Schnellzugstrecke bereits heute eine wichtige Lebensader. Damit Reisende und Güter im Jahr 2040 deutlich schneller unterwegs sein können, müsse die Planung jetzt beginnen.