In Ludwigshafen sind noch 429 Ausbildungsplätze frei. Darauf weist die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Rheinhessen-Vorderpfalz unter Berufung auf aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur hin. Auch wer bislang keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, kann nach Einschätzung der Gewerkschaft noch in diesem Jahr einsteigen.

Unter den offenen Stellen befinden sich allein 14 Ausbildungsplätze im Baugewerbe. Insgesamt sei das Angebot in Ludwigshafen breit gefächert. Für Jugendliche und junge Erwachsene, die noch nach einer beruflichen Perspektive suchen, lohnt sich deshalb ein schneller Blick auf den Ausbildungsmarkt.

Ausbildungsstart im August und September

Die regulären Ausbildungsstarts liegen im August und September. Nach Angaben der IG BAU stellen Unternehmen jedoch auch im Oktober noch Auszubildende ein. Wer bisher keinen Vertrag unterschrieben hat, sollte die Suche daher nicht vorzeitig beenden.

Rüdiger Wunderlich, Vorsitzender der IG BAU Rheinhessen-Vorderpfalz, appelliert an Menschen ohne Berufsabschluss, den nächsten Schritt zu machen. Wichtig ist, sich einen Ruck zu geben und jetzt einen Ausbildungsbetrieb zu suchen. Denn mit einer Ausbildung in der Tasche sind die Jobs, die man ein Berufsleben lang macht, in der Regel sicherer und vor allem auch deutlich besser bezahlt, sagt Wunderlich.

Die Gewerkschaft verweist dabei auf die besondere Situation junger Arbeitsloser in Ludwigshafen: 78 Prozent der Arbeitslosen unter 25 Jahren haben nach Angaben der Arbeitsagentur keinen Berufsabschluss. Bundesweit gibt es in Rheinland-Pfalz laut Statistischem Bundesamt rund 128.000 junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung und ohne Ausbildungsplatz.

Beratung und direkter Kontakt zu Betrieben

Wer Orientierung braucht, kann eine Berufsberatung in Anspruch nehmen. Als Anlaufstelle nennt die IG BAU die Jugendberufsagentur (JBA) unter www.servicestelle-jba.de. Auch die Agentur für Arbeit bietet Beratung vor Ort und digital an: Informationen gibt es unter www.arbeitsagentur.de/bildung.

Zusätzlich rät die Gewerkschaft, Ausbildungsbetriebe direkt anzusprechen. Eine Nachfrage könne nicht nur zu einem Ausbildungsplatz führen, sondern zunächst auch ein Praktikum ermöglichen. Bewerberinnen und Bewerber sollten darauf achten, dass Unternehmen fair ausbilden und bezahlen. Als wichtiges Kriterium nennt die IG BAU Betriebe mit Tarifvertrag.

Neben dem passenden Beruf spielen laut Gewerkschaft auch die Qualität der Ausbildung und die Perspektiven nach dem Abschluss eine Rolle. Jugendliche und junge Erwachsene in Ludwigshafen haben damit mehrere Ansatzpunkte, um die noch offenen Stellen zu prüfen und kurzfristig Kontakt zu möglichen Ausbildungsbetrieben aufzunehmen.