Zwischen Schützenplatz und Lutherplatz zeigt sich Ludwigshafen von einer widersprüchlichen Seite: Die Stadt hat viele Plätze, doch nicht jeder ist schön gestaltet, lädt zum Verweilen ein oder wird seinem Namen als Aufenthaltsort gerecht.
Mit dieser Spannung beschäftigte sich der Aktionskünstler Helmut van der Buchholz bei einer Stadtführung. Unter dem Titel „Le piazze di Ludwigshafen“ führte er zu öffentlichen Orten, die skurril, zerteilt oder auffallend schattig sind. Der Rundgang richtete den Blick damit auf die Frage, wie Plätze im Alltag genutzt werden und welche Aufenthaltsqualität sie tatsächlich bieten.
Berliner Platz im Mittelpunkt
Besonders prägnant wird der Gegensatz am Berliner Platz. Er gilt als das pulsierende Herz der Stadt – und ist zugleich weiterhin eine Baustelle. Trotz des „Lochs“ wird der Platz als schön beschrieben. Eine Veränderung könnte jedoch bevorstehen: Die Sicht auf die Kirche wird künftig möglicherweise verschwinden.
Damit steht der Berliner Platz beispielhaft für die Debatte über den öffentlichen Raum in Ludwigshafen. Sichtachsen, Schatten, bauliche Aufteilung und die Möglichkeit, sich dort aufzuhalten, prägen den Eindruck eines Platzes ebenso wie seine Lage und Funktion.
Kritischer Blick auf Ludwigshafens Plätze
Ludwigshafen hat den Ruf, hässlich zu sein. Die Führung begegnete diesem Urteil nicht einfach mit Widerspruch, sondern mit einem humorvoll-kritischen Blick auf konkrete Orte. Van der Buchholz’ Einschätzung fällt dabei zurückhaltend aus: „Es ist nicht alles schlecht“ – was beim Aktionskünstler bereits als Lob gilt.
Der Rundgang von Schützenplatz bis Lutherplatz machte so sichtbar, dass Aufenthaltsqualität nicht nur eine Frage des Aussehens ist. Auch ungewöhnliche, geteilte oder schattige Plätze gehören zur Stadt und erzählen etwas darüber, wie Ludwigshafen seinen öffentlichen Raum gestaltet.